Brauversuch nach sumerischen und ägyptischen Quellen

Ernst hat nach den sumerischen und ägyptischen Brauanleitungen, die uns vorliegen, zwei Biere gebraut:

  • Sumerisches Luxusbier „Ninkasi-Premium“ (7 % Stammwürze)
  • Sumerisches Alltagsbier mit Treberkuchen (5 % Stammwürze)
  • (und zum Vergleich ein modernes Bier aus der gleichen Würze)

Ninkasi-Premium

Denn Ernsts These ist: In diesen Braubeschreibungen wird nicht nur die Herstellung eines Bieres beschrieben. Vielmehr wird jeweils die Herstellung von zwei Biersorten beschrieben.

Versuchsaufbau

Parallel Sauerteig und Bierwürze (und Treber) herstellen. Treber backen.

  • Ninkasi-Premium: Bierwürze vergären (also ganz klassisch)
  • Sumerian-Instant: gebackenen Treber und Sauerteig mischen und gären lassen.
    Treberkuchen-und-Sauerteig

2017 brauversuch 2000 BC

Treber

Treberherz

Geschmack

Die sensorische Prüfung beim Projekttreffen am 28.09.17 war etwas unfair. Ernst hatte den Brautermin so gelegt, daß das Bier am 16.09.17 frisch fertig war. Leider mußten wir das geplante Brauexperimenttreffen an diesem Tag absagen und so waren die Biere fast 2 Wochen überlagert. Biere ohne Hopfen werden durch die Milchsäuregärung sehr schnell sauer.

Ernst fand die beiden alten Biere am geplanten Verkostungstag fruchtig und frisch.
Am 28.09.17 waren sie dagegen etwas sauer und lange nicht so fruchtig, wie z. B. die Kaltgemaischten. Das Ninkasi-Premium (mit Sauerteig) war nicht sauer, wie das Alltagsbier. [Das gehopfte Vergleichsbier schmeckte dagegen vorzüglich.]

Analyse

Das wichtigste Ergebnis: Ja, man kann ein bierartiges Getränk aus Treberkuchen ohne Würze herstellen. Es hat dann kaum Alkohol. Es schmeckt nach 2 Wochen sogar etwas besser, als das Premiumprodukt aus der Würze.

Im Vorgriff auf unser nächstes Experiment sieht man auch hier wieder: Man kann ganz gut mit fallender Temperatur maischen.

Nächste Experimente

Jedes Experiment wirft neue Fragen auf, die man durch weitere Experimente hoffentlich beantworten kann:

  • Wie schmeckt das Bier frisch? Das interessiert alle, die es nicht wie Ernst frisch probieren konnten.
  • Das Backen der Treberkuchen ist erst mal rätselhaft.
    • Ging es um Röstaromen? Wir schmecken 2 Biere im Vergleich – eines mit sanft getrocknetem Treberkuchen und eines mit dunkelbraun gebackenen Treberkuchen?
    • Ging es um Haltbarmachung? Was passiert mit einem Treberkuchen nach 2 Monaten? Schimmelt er? Wie klappen 2 Parallelsude: Einer mit einem 2 Monate alten Treberkuchen und einer mit einem frisch gebackenen?
    • Ging es um verborgene chemische Prozesse? Wie klappen 2 Parallelsude: Einer mit ungebackenem frischen Treber und einer mit gebackenem Treber?
  • Das Brauen mit Sauerteig ist erst mal rätselhaft. Aus Brauersicht ist das Mehl Rohfrucht.
    • Wie klappen 2 Parallelsude: Einer nur mit Mehlzugabe und einer mit der entsprechenden Menge Sauerteigzugabe?
    • Wurde evtl. doch auch hier kaltgemaischt und was bringt Sauerteig in diesem Zusammenhang? Spannend wären dazu zwei Parallelsude: Sauerteig mit ungemaischtem Malz (wegen der Enzyme) gegenüber Mehl mit ungemaischtem Malz.
  • Die Weinhefe war womöglich nicht so geeignet für das Ninkasi-Premium. (Auch wenn Weinhefen offenbar sehr viel näher an Wildhefen sind, wie die üblichen Brauhefen. Und wir planen ja durchaus mit Wild-Beerenhefe zu brauen am Ende.)
    • Wie schmeckt Ninkasi-Premium mit Backhefe bzw. mit Wild-Beerenhefe?
  • Honig taucht in Beschreibungen immer mal wieder auf. Aber interessant wäre es schon, zu sehen, wie das Ninkasi-Premium ohne den Honig geschmäckt hätte.

 

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